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Mit 85 zurück zu den Dinosauriern

02.08.2018 - Thé Tjong-Khing feiert Geburtstag

Mit 85 zurück zu den Dinosauriern


Acht Jahre ist es her, dass Thé Tjong-Khing den Max-Velthuijs-Preis für sein Lebenswerk bekommen hat. Ein Grund, den Zeichenstift aus der Hand zu legen, war das für den Niederländer mit indonesischen Wurzeln nicht. „Es macht mich glücklich, für Kinder zu zeichnen“, sagte er damals. Seitdem sind weitere Titel von ihm erschienen, bei uns zuletzt Kunst mit Torte (2017) und Hieronymus (2016, Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis).

Mit fast 85 Jahren – am 4. August feiert er diesen Geburtstag – hat er nun noch einmal etwas Neues gewagt: mit Henry bei den Dinosauriern. Es ist nicht nur eines der wenigen Bücher, das sich erzählerisch mit den Urzeitwesen auseinandersetzt. Es ist auch der erste Titel, bei dem Thé Tjong-Khing als Autor und Illustrator gewirkt hat. Zu guter Letzt hat er sich dabei an einer wahren Begebenheit orientiert, dem Fund eines Tyrannosaurus Rex-Skeletts, das als Trix in den Niederlanden bekannt und nun im Naturalis Museum in Leiden zu sehen ist. Es ist eines der wenigen fast komplett erhaltenen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Thé Tjong-Khing einen großartigen Künstler in unserem Programm haben, der mit seinen textlosen Torten-Büchern eine neue Erzählform für das Bilderbuch gefunden hat, bei der das Vor- und Zurückblättern eine zentrale Rolle einnimmt“, sagt Markus Weber, Verlagsleiter des Moritz Verlags.

Dass sich Thé Tjong-Khing bei dem Frankfurter Kinderbuchverlag wohlfühlt, zeigt auch sein Engagement für die Aktion Zeich(n)en für Europa von Markus Weber: Mit seiner Figuren-Pyramide hatte der Niederländer Europa als ein noch stabiles, aber wackeliges Konstrukt dargestellt.


Unsere AutorInnen & IllustratorInnen im Portrait

Thé Tjong-Khing © privat

Thé Tjong-Khing

Thé Tjong-Khing wurde 1933 in Indonesien geboren. Als fünftes Kind und einziger Sohn einer chinesischstämmigen Familie setzte der Vater alle Hoffnung auf ihn. Thé Tjong-Khing aber entwickelte schon früh eine Leidenschaft für das Zeichnen und begann zunächst Kunst in Bandung zu studieren. Mit der Übernahme der elterlichen Firma wurde es zum Leidwesen des Vaters nichts und so finanzierte ihm die Mutter eine Reise in die Niederlande, denn es war laut Thé Tjong-Khing nötig, »einen Ozean zwischen mir und meinem Vater zu haben«.
Mit 23 Jahren in Amsterdam angekommen, setzte Thé Tjong-Khing sein Studium an der Kunstgewerbeschule fort. Danach arbeitete er in der Werbung, zeichnete Comics und war als Lehrer tätig. Seit 1971 ist er freier Illustrator, hauptsächlich von Kinderbüchern.
Dreimal wurde Thé Tjong-Khing mit dem »Goldenen Pinsel«, der höchsten niederländischen Auszeichnung für Illustration, geehrt. 2008 war er für den Hans Christian Andersen-Award nominiert. Im September 2010 erhielt er den Max Velthuijs-Preis für sein Lebenswerk. Die Jury begründete ihre Wahl mit der großen dynamischen Schaffenskraft, die Thés Werke auszeichne. Seine Illustrationen seien bemerkenswert lebhaft und anmutig und hätten durch ihre ganz eigene Handschrift einen großen Wiedererkennungswert, weshalb sie sehr bekannt und überall beliebt seien.