Eine der bedeutendsten Illustratorinnen
Wir trauern um Jutta Bauer
Jutta Bauer, die an der Hamburger Fachhochschule für Gestaltung (heute HAW) studierte, wurde durch ihre Arbeit für die Frauenzeitschrift Brigitte ab Mitte der 1980er-Jahre als Comiczeichnerin und Cartoonistin einem großen Publikum bekannt.
Mit zahlreichen Büchern für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, mit Cartoons und freien Arbeiten wurde sie bald zu einer der renommiertesten Vertreterinnen der Illustrationskunst, nicht nur im deutschsprachigen Raum. Ausstellungen im In- und Ausland wurden ihrem Werk gewidmet, für das sie unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis für ihr Lebenswerk sowie dem Hans Christian Andersen-Preis bedacht wurde, der international bedeutendsten Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur.
Den Verlagsleiter des Moritz Verlags, Markus Weber, verbinden mit Jutta Bauer mehr als 40 gemeinsame Jahre in der Buch- und Verlagsbranche:
»Juttas Strich war von Anfang an einzigartig, voller Herz, voller Seele. Und mit Witz. Weil sie gesellschaftspolitisch immer engagiert war, war es ihr beispielsweise wichtig, dass auch Menschen im Rollstuhl auf ihren Bildern präsent waren. Da schimmerte durch, dass sie eine Weile in der Pflege gearbeitet hatte. Mit Jutta konnte man wunderbar quatschen – tief in der Nacht während der Buchmesse zum Beispiel, nach den Festen, wenn die Stimmen schon kratzig waren. Und immer fand ich nach ihrer Abreise ein Zettelchen mit einer kleinen Dankeschön-Skizze auf dem Küchentisch liegen. Dabei war sie es, die selbstgemachte Marmelade mitgebracht hatte,und damit einen Anlass, darüber zu sprechen, ob man Zwetschgen nicht doch mit k zu schreiben habe … Mit Jutta hat uns eine Illustratorin verlassen, die eine kaum zu schließende Lücke hinterlässt.«
© Karen Seggelke